ich möchte Ihnen hiermit eine Antwort zu Ihrem Kommentar zukommen lassen:
Ihnen ist “der Arsch geplatzt”? Nun, das spricht für sich, eine Art Offenbarungseid zum intellektuellen Niveau dieser Diskussion.
Vielleicht ist diese Formulierung für manche Menschen etwas zu hart. Ich hätte natürlich auch schreiben können, dass mich diese ewige Diskussion ziemlich aufregt.
Vielleicht müssen wir auf der Suche nach den Hintergründen für Winnenden dort anfangen, wo schon Sprache brutal klingt.
Ich spiele Killerspiele?
Niemals! Weil ich die Menschen schätze, weil es mir nicht möglich ist, Töten als Spiel zu begreifen, weil die Bilder solcher Spiele abstoßend, ekelerregend und widerlich sind.
Man sollte definitiv nach Hintergründen von den schrecklichen Taten von Winnenden suchen. Sie werden es nicht glauben, aber mein Mitgefühl gilt sehr wohl den Angehörigen der Opfer (und ja, auch des Täters).
Zum einen schätze ich Menschen ebenfalls sehr und bin auch kein Freund von Gewalt. Wenn Sie jemals ein Spiel wie etwa z.B. Counter-Strike gespielt hätten, wüssten Sie, dass nicht das Töten im Vordergrund dieses Spieles steht, sondern (wie auch beim Paintball) das strategische Vorgehen im Team. Man hat dort nicht die Aufgabe möglichst brutal zu töten. Aber das wird häufig (falsch) von so genannten Experten berichtet.
Wie z.B. von Bayerns Innenminister Herrn Joachim Herrmann.
Zitat:
“…Ich spiele sie selbst nicht, aber ich habe sie mir intensiv angeschaut. Ich bin erschrocken, wie der Spieler zu brutaler Gewalt animiert wird. [...] Je grausamer der Mord, umso höher die Punktzahl….”
Diese Aussage ist, mit Verlaub, bezogen auf Paintball oder Ego-Shooter (bzw. Killerspiele) absoluter Schwachsinn. Es mag ein Spiel geben, worauf dies zutrifft. Dieses Spiel heisst “Manhunt” und ist hierzulande indiziert und ist auch kein Ego-Shooter.
Nicht umsonst werden solche Spiele in vielen Armeen dieser Erde eingesetzt, um die Soldaten aufs Töten vorzubereiten, Hemmschwellen zu beseitigen.
Aufs Töten vorbereiten? Hemmschwellen beseitigen?? Ich bitte Sie. Bei allem Respekt - Sie glauben allen Ernstes, dass man mit Ego-Shootern Menschen aufs Töten vorbereiten kann? Dann können wir demnächst allen Menschen Führerscheine aushändigen, die sich bei “Need of Speed” wunderbar an die Verkehrsregeln halten….
Ein Klick mit der Maus und ein Schuß auf einen animierten Pixelhaufen wird sich wohl anders “anfühlen” als ein Schuß mit einer scharfen Schusswaffe auf einen Menschen. Und ich spreche hier nicht nur vom Rückstoß…
Sie können nicht verstehen, warum die Angehörigen der Toten von Winnenden und mit Ihnen viele Menschen in Politik und Gesellschaft (auch Dr. Wiefelspütz) Killerspiele ablehnen?
Aber das ist doch genau das Problem, dass Sie es nicht verstehen können oder wollen.
Dass Sie das unsägliche Leid der Betroffenen nicht auch nur ansatzweise fühlen können. Dass es Ihnen nicht wert ist, allein schon im Mitgefühl für all die Hinterbliebenen von Amokläufen auf Killerspiele verzichten zu wollen.
Sobald solche (für mich ebenfalls unbegreifliche) Taten durch Jugendliche verübt werden, werden sofort “Killerspiele” dafür verantwortlich gemacht. Wird jedoch solch eine Tat von einem Erwachsenen verübt (in diesem Fall nicht in der Schule, sondern in den eigenen 4 Wänden), dann spricht man von einem “Familiendrama” und nicht von einem Amoklauf. Dann wird auch nicht auf dem Rechner des z.B. 36-jährigen Familienvaters nach “Counter-Strike” oder “Far Cry” gesucht (was wahrscheinlich 70% der Männer in dieser Altersklasse auf ihrem PC installiert haben), sondern es wird von “womöglich finanziellen Problemen”, “Eifersucht”, “psychischer Labilität” oder ähnlichem berichtet.
Wer weiss schon, wie es im Kopf des Jungen ausgesehen hat, der diese Tat begangen hat? Man weiss nur, dass er unter Depressionen litt und eine psychatrische Behandlung abgebrochen hat. Im Fall von Depressionen kann es “zu deutlich mehr Anzeichen von Reizbarkeit, Verstimmung, schnellem Aufbrausen, Wutanfällen, Unzufriedenheit mit sich und anderen, Neigung zu Vorwürfen und nachtragendem Verhalten kommen (Quelle)”. Ich denke, dass bei dem Jungen bereits seit einiger Zeit einiges im Argen gelegen hat und dass bei ihm irgendwann eine Sicherung durchbrannte. Und der Anstoß dazu wird nicht durch ein Spiel gekommen sein.
Dass der Junge im Schützenverein auch das Schiessen mehrfach “geübt” hat, wird auch gern vergessen. Man kann mit Ego-Shootern keinen Umgang mit Waffen erlernen. Das kann man nur mit realen Waffen.
Warum sollte ich also darauf verzichten Ego-Shooter zu spielen? Ich tue damit niemandem weh. Auch nicht den Angehörigen der Opfer.
Was meiner Meinung taktlos ist, dass nach einem Bericht über die Tat in den Nachrichten, anschliessend über den erfolgreichen Verlauf einer Waffenmesse berichtet wird…..
Dass Sie trotzdem weitermachen, Vergleiche zum Sport (Fechten) als Legitimation suchen, kindliches Spiel (Räuber und Gendarm) mit dem Tun von (scheinbar) Erwachsenen gleichsetzen, das ist armselig. Für Sie tut es mir leid, gerade in diesem Sinne weil armselig für “arme Seele” steht.
Killerspiele sind nicht einzig und allein der Grund für Amokläufe. Aber sie tragen dazu bei, Gewalt zu verharmlosen.
Ego Shooten wird übrigens auch als Sport professionell betrieben. Bezogen auf den Vergleich, so ist er meines Erachtens durchaus legitim. Beides simuliert das Töten.
Somit wird beim Sport, als auch beim Spielen, als auch bei den “Killerspielen” auch nur das Töten eines anderen “gespielt”.
Man sollte erstmal ernsthaft darüber nachdenken, welche Faktoren dazu führen, warum ein Mensch beginnt zu töten und nicht ein Spielgenre (oder Horrorfilme, oder Heavy Metal) dafür verantwortlich machen. Kein Mensch tötet, wenn er “gesund” ist und ab und an Killerspiele spielt.
Ich denke durch Gewalt, die durch bewegte Bilder in Nachrichtensendungen zu sehen ist, stumpft man mehr ab.
Wieviel Kinderleben sind Ihnen persönlich ein Verzicht aufs Killerspielen wert?
Wieviel Kinderleben sind Ihnen persönlich ein Verzicht auf “Scheuklappendenken” wert?
Wir sollten am Besten aus Mitgefühl weder
oder einfach mal die Augen öffnen, um zu erkennen, das viel mehr Faktoren zu so einer Tat führen als ein Spiel.




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